Hintergrund
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Otto Lilienthal
Karl Wilhelm Otto Lilienthal (* 23. Mai 1848 in Anklam, Provinz Pommern; † 10. August 1896 in Berlin – nach einem Absturz in den Rhinower Bergen bei Stölln, Provinz Brandenburg am Vortag) war ein Pionier der Flugzeug-Entwicklung. 

Lilienthal sammelte in systematischen theoretischen und praktischen Vorarbeiten mit seinem Bruder Gustav das Wissen zum Tragflächenbau. Danach entwickelte er in tausenden Gleitflügen Flugapparate und erzielte dabei Flugweiten bis 250 Meter. Er war damit der Erste, der sicher und wiederholbar ein Fluggerät beherrschte und dem Flugprinzip schwerer als Luft zum Durchbruch verhalf. Die Produktion des Normalsegelapparates in seiner Maschinenfabrik war die erste Serienfertigung eines Flugzeugs in der Geschichte. Seine experimentellen Vorarbeiten führten zur bis heute gültigen physikalischen Beschreibung der Tragfläche. Sein Flugprinzip war das des heutigen Hängegleiters und wurde von den Gebrüdern Wright zum Prinzip des Flugzeugs weiterentwickelt.

Denkmäler

1914 wurde am Teltowkanal in Berlin, ein erstes, später häufig zitiertes Lilienthaldenkmal von Peter Breuer mit dem Motiv einer Ikarusfigur eingeweiht . Der Fliegerberg in Berlin-Lichterfelde (Berlin-Steglitz), Schütte-Lanz-Straße, wurde 1932 zur Lilienthal-Gedenkstätte umgestaltet. Auf dem Windmühlenberg zwischen Krielow (Ortsteil von Groß Kreutz) und Derwitz (Ortsteil von Werder) wurde am 21. September 1991 ein von Wilfried Statt geschaffenes Denkmal eingeweiht. Seit Mai 2006 markiert ein Denkmal in Berlin, Köpenicker Straße den Ort, an dem sich die Maschinenfabrik „Otto Lilienthal“ befand. Weitere Lilienthal-Denkmale befinden sich in Anklam, Stölln, Rhinow und Berlin.

Zum Andenken Lilienthals landete am 23. Oktober 1989 eine Iljuschin Il-62 der DDR-Fluggesellschaft Interflug unter abenteuerlichen Umständen auf einer „Wiese ohne Landepiste“, am Gollenberg bei Stölln, unweit der Stelle von Lilienthals Absturz. Die Maschine dient heute als Museum und Standesamt „Lady Agnes“, benannt nach seiner Ehefrau. Die Landung gilt noch heute als eines der größten kalkulierten Risiken der modernen Luftfahrt.

Namenspatenschaften
Am 7. Juni 1988 erhielt der Berliner Flughafen Tegel den zusätzlichen Namen „Otto Lilienthal“. In vielen Orten sind Straßen und Plätze nach Lilienthal benannt. Luftfahrtvereine und Körperschaften tragen seinen Namen, darunter die traditionsreiche Vereinigung der Luftfahrtforschung Deutsche Gesellschaft für Luft- und Raumfahrt. Die Deutsche Luftwaffe hat ein medizinisches Hilfsflugzeug Airbus A310 MRT nach ihm benannt und die Bundeswehrkaserne (Luftwaffe + Heeresflieger) im mittelfränkischen Roth trägt seinen Namen. Verschiedene Ehrungen werden heute mit Lilienthals Namen verbunden, darunter die Lilienthal-Medaille der Deutschen Gesellschaft für Luft- und Raumfahrt, der jährlich verliehene Designpreis des Landes Mecklenburg-Vorpommern und der Innovationspreis der Lilienthalpreis-Stiftung Berlin-Brandenburg.

Grabstätte
Das Grab von Otto Lilienthal und seiner Ehefrau Agnes befindet sich auf dem Berliner Friedhof Lankwitz. Es ist ein Ehrengrab der Stadt Berlin.

Nachlass
Wesentliche Nachlassteile befinden sich heute im Deutschen Museum, und im Otto-Lilienthal-Museum. Original-Flugapparate sind in Wien (Technisches Museum), Washington, Moskau, London und München erhalten. Das Otto-Lilienthal-Museum zeigt eine vollständige Sammlung aller Flugapparate und Experimentiergeräte und informiert über Leben und Werk des vielseitigen Erfinders.  

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